Es war einmal ein Dorf, fernab vom Großstadtgetümmel mit vielen Wäldern, Feldern und sogar vereinzelte Bauernhöfe gibt es dort noch. In den Wäldern gibt es sogar noch kleine Sumpfzonen. Fuchs und Hase sagen sich „Guten Morgen“ und „Gute Nacht“ Dort scheint die Welt noch in Ordnung zu sein, doch der Schein trügt!
Rehe laufen einfach aus dem Wald und überqueren ohne Rücksicht auf die Straßenverkehrsordnung die Straßen und Feldwege! Füchse sieht man vom Bürgersteig aus, wie sie wild nach Futter jagen, überqueren ebenfalls ohne Rücksicht die Straßen und Wege! Insekten greifen, ohne Grund, Spaziergänger an, die harmlos durch die Wälder streifen! Enten verfliegen sich in die Teiche der Bewohner des Dorfes, weil die Flüsse ihnen nicht mehr ausreichen! Mäuse und Ratten wagen sich in die Wohngebiete und bedrohen die unschuldigen Menschen!
Wanderratten erdreisten es sich eines schönen Tages, die unschuldigsten Menschen gegeneinander aufzubringen! Erst erschien eine auf einer Terasse, zwei Tage später waren sie zu dritt und wanderten, total untypisch, von einem Garten zum nächsten. Die Menschen gerieten in helle Aufruhr und gingen aufeinander los! Es wurde eine Familie beschuldigt, diese Ratten in ihrem Teich zu züchten, was total logisch erscheint. Beim Umbau des Wohnhauses entsteht Bauschutt und Holzdeckenreste, welche den Ratten genug Futter darbietet, so dass sie sich erfolgreich im Gartenteich vermehren können!
Sie denken diese Geschichte ist frei erfunden? Da muss ich Sie enttäuschen, sie ist WAHR!
Am besagten Teich wurden Lebendfallen aufgestellt, was für weitere Unruhe sorgt, schließlich sollte man diese Tiere töten und zwar qualvoll mit Giftköder, die das Blut zur Gerinnung bringen und die Tiere elendig sterben lassen! Sollte dabei eine Katze oder sonstige Tiere, die frei rum laufen, ebenfalls daran sterben, sei dies unabdinglich, da die Wanderratten ja sonst hier einen festen Wohnsitz in Anspruch nehmen könnten. Bevor ein Briefkasten aufgestellt werden kann, wird getötet, was auch immer frei rumrennt, denn hier wohnen Menschen, schon immer!!! Lebendfallen und die Tiere in einen entfernten Wald fahren, wäre ja ein Unding und nicht vertretbar!
Die Menschen suchten einen Züchter und der war schnell gefunden und bei der zuständigen Gemeinde gemeldet. Die Gemeinde hingegen behauptet in einem Schreiben, was auf rein wissenschaftlicher Kenntnis basiert, dass die beschuldigte Familie NICHT zwingend der Züchter ist und dass man keinen suchen solle, sondern melden müsse, wenn erneut diese dreisten Tiere sich blicken lassen. Ein Tohuwabohu entsteht!
Ratten, die sich von Bauschutt ernähren und im Teich heranwachsen wurden eingefangen und weg gefahren, bevor der Brief an die Anwohner kommt, doch genug ist genug, denn schließlich wissen es die umliegenden Bewohner besser! Diese Ratten werden bei einer Familie im Teich gezüchtet und auf die umliegenden Häuser gehetzt! In einem benachbarten Entsorgungsbehältnis wird Rattenkot gefunden und das Oberhaupt der Zucht informiert. Das Oberhaupt wird laut und geht nun den Menschen aus dem Weg, setzt die Lebendfallen jeden zweiten Tag im eigenen Garten erneut mit Nutella auf. Doch ohne Erfolg, die Tiere sind abgetaucht! Im Teich, im Feld, im Wald oder wohin auch immer, sie sind einfach unauffindbar!
Einige Tage vergehen und die Züchterin geht mit einer Kotfinderin spazieren, die Welt scheint wieder in Ordnung zu sein, doch der Schein trügt erneut… Die Anwohner geben keine Ruhe und wollen mehr Ratten finden, es scheint, als würde jeder eine zu Hause haben müssen, wie bei Teenager, die ein neues Handy vom Markt brauchen!
Ein älterer Anwohner schimpft mit den beiden Damen, die sich aufspielen und bei der Gemeinde einen Radau veranstalteten, dass so ein Schreiben überhaupt raus geschickt wurde. Doch auch dann kehrt keine Ruhe ein! Beim mobilen Bäcker, der einmal die Woche kommt, wird erneut gegen die angebliche Züchterin gewettert und ein Mann, der es nicht hören will und des denken mächtig ist, wird laut und verbietet weitere Aussagen dieser Art. Doch die Damen wissen es besser, versuchen weiter zu belehren und der Mann geht, da er augenscheinlich nichts von der neuen Gattung wusste, die sich von Rigipsplattenresten im Teich vermehrt…
Die angeblichen Freundinnen, die 12 Jahre lang, fast täglich miteinander spazieren gingen und über alles reden konnten, begegnen sich an diesem Morgen ebenfalls und es wird nun die Züchterin beschuldigt, sie habe auf der Gemeinde Alarm geschlagen, so dass alle unschuldigen Anwohner die wahren Beherberger der Tiere seien. Es wird geschrieen und beleidigt, unreine Wäsche gewaschen und sich dann lauthals verabschiedet.
Die Zweitzüchterin, oder doch die Schuldige, da sie ja Bauschutt aufgrund ihres Umbaus verursacht hat, geht nun auf das Rathaus und erfährt, dass ihre Mutter, die Hauptzüchterin, oder doch nur Unterstützende, oder arme Mitwisserin der explodierenden Rattenpopulation, insgesamt wurden 5 Tiere gesichtet, gefangen, getötet, schon da gewesen wäre, doch diese stand ahnungslos neben ihr und neben sich. Nach einem intensiven Gespräch wurde nun ein Termin mit dem Bürgermeister vereinbart, wo sich klären wird, ob und wer überhaupt Züchter oder Ansprechpartner war und ist.
Ein ungeklärtes Phänomen, da im Wald keiner erreichbar scheint und wenn dann nur aus dem Nichts angegriffen wird! Freundschaft beendet, Ratten sind weg, wo soll das in der jetzigen Zeit noch hin führen? Die armen Menschen, die sich erdreisten, nicht mehr genügend Essensreste oder derartiges zu hinterlassen auf den Wegen zu ihren Häusern, die Ratten finden nicht mehr nach Hause und verirren sich nun wahllos im Wald!!!

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