Liebe klingt stark und jeder der schon einmal verliebt war, fühlte sich in den Augenblicken, als man seinem geliebten Menschen gegenüber stand, unverletzlich, unbeschwert und stark. Doch was ist, wenn man die Person besser kennenlernt und merkt, nichts ist perfekt? Diese anfängliche tiefe Liebe wird auf die Probe gestellt und man verbiegt sich, nur um festzuhalten. Warum? Weil man dieses Gefühl vermisst, Angst hat vor dem alleine sein, Angst daran zu scheitern, Angst dieses Gefühl nie wieder zu erleben… Wieso hält man etwas fest, was einen zerstören kann?
Ich war oft verliebt und verliebe mich oft noch heute. Nur nicht mehr in eine Person. Ich halte nichts mehr fest, denn ich fühle mich geschaffen dafür, alleine zu sein. Ja auch ich brauche die Umarmungen, dieses Gefühl, jemand hält mich, ich darf auch mal schwach sein und es tut gerade so verdammt gut, dass ich es genieße, doch ich muss es nicht immer haben. Ich bin nicht frustriert, obwohl viele das sofort in diese Schiene schieben würden. Ja ich hab meine Launen, bin oft leicht aus der Fassung zu bringen, oft mal zickig oder sehe alles negativ, doch das hat nichts damit zu tun, dass es niemanden an meiner Seite gibt.
Ich bin ein Mensch, weiblich und war in Beziehungen kurzzeitig auch mal glücklich, doch meistens eher unglücklich. Es lag nicht nur an meinen Partnern, sondern sehr oft an mir. Die Situationen, die ich in Beziehungen hatte, wo ich mich verbogen habe, mein Gegenüber anlügen musste, weil ich Angst hatte, ihn zu verletzen oder gar zu verlieren. Die Angst war meistens größer als die vor dem Allein sein. Ich hab mich bewusst dafür entschieden. Niemand der mich versucht zu ändern, oder dass ich mich selbst ändere, nur um zu Gefallen. Niemand den ich verletze oder der mich verletzen kann, weil ich nicht so bin, wie mein Gegenüber es gern hätte oder ich etwas erwarte. Niemand der mir sagt, was ich tun darf oder soll, um an seiner Seite existieren zu dürfen oder dass ich mich zurück halte, um niemanden zu verletzen, weil mir gerade nach etwas ganz anderem ist, als meinem Partner. Niemand mehr, der mich drängt, etwas zu tun, wozu ich nicht bereit bin, oder einfach gerade keine Lust habe.
Ja ich vermisse es, dass mich jemand unterstützt, aufbaut, auffängt, aber dafür habe ich Freunde an meiner Seite gefunden. Das macht mich glücklich und ich bleibe lieber alleine und genieße die Momente des Verliebtseins, in Situationen und Augenblicken, doch Liebe selbst mit jemanden dauerhaft zu teilen, bin ich nicht mehr bereit. Man sagt immer: Sag niemals nie, doch in meinem Fall weiß ich, dass ich unfähig bin, dies zu empfinden und zu leben.

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