Es war einmal ein alter Mann, der sich nach dem Meer sehnte. Er fuhr jährlich dorthin, um sich zu erholen, doch die Erholung hatten auch alle anderen, wenn er nicht da war. Laut seinen Erzählungen war er ein sehr guter Fußballspieler in der Jugend und immer aktiv unterwegs, jedoch fehlten jegliche Aufzeichnungen darüber und von seinen Mitspielern fehlte jede Spur, die seine Geschichten bestätigen könnten. Auch die Nachfolger dieses Jahrgangs, die ja von ihm, laut ihm trainiert worden sind, waren unauffindbar. Aufgrund dieser langjährigen Erfahrung war der alte Mann irgendwann durch viel Gespräche an die Macht in einem Verein geworden. Dort war ein weiterer Mann, der ebenfalls von Erfahrungen erzählte, doch auch hier waren wenig Nachweise darüber zu finden. Jedoch waren bei diesem Kollegen einige andere ältere Herren und Damen, die bestätigten, dass dieser sehr wohl schon mal gegen einen Ball getreten hatte. Der alte Mann konnte lediglich seine Tochter als Beweis vorzeigen, dass nicht alles nur in seinem Kopf stattfand, was er von sich gab, diese habe ja angeblich höher gespielt, doch die Vereine, wo dies stattgefunden haben soll, hatten in diesen Zeiten keine Mannschaften in diesen Ligen. Trotz allem glänzte der alte Mann somit mit herausragender Erfahrung, die er gerne bei Feiern und Veranstaltungen auspackte und darüber berichtete. Seine Tochter bestätigte brav wie ein Hündchen immer die Aussagen, weswegen sie natürlich dann glaubhaft und standhaft waren. Seine Tochter hatte ebenfalls eine Tochter, doch der Vater des Kindes war nicht an einer weiteren Beziehung interessiert, denn der hatte bereits eine Frau zu Hause, somit war sie nur ein Zeitvertreib mit Folgen. Das Mädchen wuchs also beim alten Mann und deren Frau, sowie der Tochter, der Mutter des Mädchens auf. Die Enkelin des alten Mannes spielte ebenfalls Fußball, war natürlich die beste der Besten, weswegen sie auch immer in den untersten Ligen mitspielte. Nicht weil sie so schlecht war, sondern nur weil der Familiensinn höher gestellt war und der alte Mann über alle das Sagen hatte. Nach vielen Jahren bekam seine Tochter ein weiteres Mädchen, wo sich erst nach einigen Tests herausfinden ließ, wer der Macher war. Dem alten Mann war aber nie etwas genug, er wollte mehr Macht und so ließ er sich auch von niemandem aufhalten. Seine jüngste Enkelin hatte mit Fußball nichts am Hut, pfiff zwar ab und zu mal in eine Pfeife rein und klatschte, aber mehr war da nicht rauszuholen. Sie kam also ganz nach ihrem Großvater, laut und schrill, bestimmend über jeden Fußballplatz.
Eines Tages kam der alte Mann so hoch an die Macht, wo er seine Erfahrungen immer weiter breit treten konnte und alle unter sich delegierte, wie ein Diktator. Auch wenn es laut Betitelungen eine Hierarchie gab und er nur einer unter drei Musketieren war, so schaffte er an, wie alle zu funktionieren haben. Der alte Mann drohte immer wieder damit, dass er aufhören würde und ohne ihn alles unterging, seine Kollegen nahmen ihn irgendwann nicht mehr für voll, was ihn noch mehr Alkohol konsumieren ließ und er somit voller wurde. Diesen Irrglauben, dass er dadurch für voller genommen wird, konnte ihm niemand klar machen, also lief er mal halbvoll, mal übervoll auf Veranstaltungen rum und erzählte die Geschichten seiner Wahnvorstellungen. Ein Kollege war des öfteren mit am konsumieren und wurde immer lustiger, umso mehr er trank. Es war immer ein Highlight, lallende Geschichten, lachende Gesichter, langweilig wurde keinem auf den Fußballspielen bzw daneben und im Nachgang.
Das zweite Musketier, war der SpeedyWeedy, der sich gern mal ein bisschen was zu rauchen gönnte. Laut eigenen Erzählungen aufgrund von schwerer Krankheit, die ihn aber nicht davon abhielten, Kinder und Jugendliche zu trainieren und selbst bei den älteren Semestern mit zu kicken. Wunderheilung nannte man das auch in jedem Spiel, wenn er aufgrund eines Versuches in einen Zweikampf zu gehen, plötzlich das Gleichgewicht verlor und nach dem Schiedsrichter schrie, als sei die Windel voll und müsste gewechselt werden, doch kaum bekam er nicht die Beachtung geschah das Unglaubliche, er stand auf und konnte wieder laufen. Immer im Fokus auf einen Mitspieler, dem er dann hinjammern konnte, da ihn niemand beachtete. Sehr oft roch es nach seinem Heilmittel, was er ja zu sich nehmen musste, um überhaupt irgendwas tun zu können. Auch Alkohol floß in Strömen, was auch das dritte Musketier oft zu sich nahm in höherem Ausmaß, als es sein sollte.
Eines Tages brach ein Sturm über den Verein herein, in Form einer Frau. Laut Aufzeichnungen konnte sie eine Vita vorweisen, die zur Annahme führte, dass sie keinerlei Ahnung von irgendwas hat, da es ja eine reine Männerdomäne ist und es somit sowieso alles nichts aussagt, was da steht. Wie konnte sie sich nur erdreisten, dort einzudringen und sich Wissen anzueignen. Dreistes Miststück! Liebevoll wurde sie von den Herren Psycho, Hexe, Teufelin oder dergleichen genannt. Sie war so dreist unterwegs, dass sie sich nicht aufhalten ließ, egal was man ihr in den Weg geworfen hat. Sie kämpfte sich durch und SpeedyWeedy und der alte Mann wollten sie unbedingt als Sekretärin und für die schlechten Ereignisse mit an Bord haben. So hätten sie immer eine Schuldige, warum etwas nicht funktionierte. Sehr lange sah sie sich das mit an und spielte deren Spiel mit, doch eines Tages stand sie einfach auf und machte aufgrund ihres Nicht-Wissens einfach was man so macht. Sie hörte nicht mehr zu, befolgte keine Befehle mehr und ließ sich nicht einschüchtern, egal wie man sie nannte und sie behandelte. Innerlich brach sie zeitweise zusammen, doch dafür hatte sie Freunde an ihrer Seite, die sie durch den Sturm begleiteten und immer noch einen der drei auserwählten, der sich ihr angeschlossen hat.
Immer öfter kam es zum Eklat, denn SpeedyWeedy konnte sich doch nichts von einer Frau sagen lassen und der alte Mann war so oft am Meer, dass er ihr sämtliche Aufgaben überließ, doch wenn er da war, musste er sich doch damit brüsten. Es war eine Frechheit, dass sie ihre eigenen Lorbeeren erntete. So versuchten die beiden mit aller Macht sie vom Thron zu stürzen, doch sie saß ja nicht auf dem Thron, sie ging einfach und machte weiter, überließ den Herren wieder ihren Thron und machte einfach weiter sämtliche Aufgaben. Plötzlich durchschauten einige das Spiel und ließen sich nicht weiter beeinflussen, was über diese Frau gesagt wurde und redeten wieder mit ihr, was den alten Mann zum ausflippen brachte. Er schrie sie mehrfach an und versuchte sie dadurch einzuschüchtern, doch sie zerbrach nie komplett daran. Sie suchte nach Halt und Gerechtigkeit.
Nach kurzem Winterschlaf stand sie auf und sorgte für klare Linien und Struktur, hatte Unterstützung von Seiten, wo sie nie darüber nachdachte und schaffte es so, dass Ruhe einkehrte. Sie sorgte dafür, dass der mit dem Wassermelonenbauch, der als nicht so gut angesehener Trainer das Feld räumen musste und holte sich einen erfahrenen dazu, der durch seine bisherige Laufbahn gemeinsam den Weg leuchten und gehen konnte. Der alte Mann war vor Verzweiflung so weit gegangen, dass er bei allen unglaubwürdig und lächerlich da stand, denn er stellte sich selbst bloß. SpeedyWeedy rannte einmal zu oft ins Abseits und somit in den Mittelpunkt und verlor somit sämtliche Macht. Es kam ihr bester Freund mit ins Geschehen und das gab dem ganzen den Rest. Wie konnte es nur passieren, dass eine Frau sich hier so durch kämpft und nicht fiel. Das bleibt ihr Geheimnis, denn sie hat mehr, als nur das durchlebt und stand immer wieder auf, kein Psychospiel, keine Krankheit, kein Machtspiel, sie fällt und lässt sich helfen, doch sie steht immer wieder auf!
Die Linie ist zu sehen, doch ob alle geradeaus darauf gehen oder sich aus dem Gleichgewicht bringen lassen steht noch nicht fest, doch aufgeben wird sie niemals, sie wird jeden, der es zulässt an die Hand nehmen und ihn mit auf diese Reise nehmen, helfen das Gleichgewicht zu behalten oder zurück zu erlangen, damit alle ans Ziel kommen. Wer abbiegt, kann auch wieder zurück finden, doch wer versucht diese Linie zu zerstören oder auf einen Umweg zu lotsen, den wird sie gehen lassen und vielleicht auch mal schubsen, damit er sich für oder gegen die Hand entscheidet.

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